I-Ging
Das chinesische I-GING, auch Buch der Wandlungen genannt, entstand im zweiten vorchristlichen Jahrtausend. Es gilt als Klassiker der Weltliteratur und enthält eine verdichtete Verarbeitung der Lehren des Konfuzianismus und des Daoismus.
Der deutsche Übersetzer Richard Wilhelm, dessen Text die Basis der Übersetzungen in viele weitere westliche Sprachen war, spricht vom I-GING als einem „Wahrsagebuche der ganz besonderen Art“. Damit meint er die Tatsache, dass das I-GING ein durch die Jahrtausende gewachsenes Orakelbuch darstellt, dessen Wahrsagecharakter durch philosophische Weisheit ergänzt wird.
Das I-Ging-Orakel
Nach der Einschätzung Richard Wilhelms unterscheidet sich das I-GING von anderen Orakeln durch die Übertragung der moralischen Verantwortung auf den Betroffenen. Das I-GING sagt nicht unabwendbares Schicksal voraus, sondern stellt Handlungsmöglichkeiten vor, die dem Ratsuchenden ermöglichen, ein sich anbahnendes Schicksal günstig oder ungünstig zu beeinflussen. Hierdurch erklärt sich auch der Untertitel „Buch der Wandlungen“. Alles ist im Fluss, verändert sich stetig. Dies ist eine typisch daoistische Denkweise. Hinzu kommt das Denken in dualistischen Gegensätzen, als YIN-YANG-Lehre bekannt.
Das Prinzip des Yin und Yang steuert auch die praktische Anwendung des I-GING. Waren es in mythischen Zeiten Schafgarbenstengel, die zu Zeichen angeordnet wurden, so erhält der heutige Interessent Münzen oder bedruckte Stäbe, um durch Werfen eine deutbare Zeichenanordnung zu erhalten. Im asiatischen Raum erfreuen sich zudem auch elektronische I-Ging-Varianten einer zunehmenden Beliebtheit, so gibt es zum Beispiel auch I-Ging-Orakel für das iPhone von Apple.
I-Ging am Telefon
Die Zeichenanordnung im I-Ging besteht aus sechs Linien, die entweder durchgezogen sind oder unterbrochen. Der Ratsuchende konzentriert sich auf seine Frage und wirft die Münzen bis eine entsprechende Gestalt gefunden ist. Dieser sind dann im Buch I-GING bestimmte Deutungen zugeordnet, welche allgemein gehalten sind und vom Ratsuchenden jeweils auf seine persönliche Situation angewendet werden müssen. So kann das I-GING gut alleine angewendet werden; oft ist es aber angenehm, einen Gesprächspartner zu haben, um die teils altertümlich klingenden Deutungen zu interpretieren.
I-Ging per Telefonanruf (Festnetz oder Mobilfunk)

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